DVD REVIEW

THE HANDS OF ORLAC (1924)
Regional Code 1,
silent with musical score, b/w,
approx. 113 mins, English intertitles,
Kino International,
released 19 Feb 2008

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    The Hands of Orlac DVD Cover

Abstract in English: Now out on DVD is the 1924 Austrian silent film ORLACS HÄNDE, reuniting the director and star of DAS CABINET DES DR. CALIGARI, Robert Wiene and Conrad Veidt. Based on the 1995 restoration arranged by the Deutsches Filminstitut, this release not only relies on the best possible material, it's even adding footage from a newly found print held by the Raymond Rohauer Collection.

Es ist eine bekannte Tatsache, dass man, um wichtige deutsche Stummfilme auf DVD zu bekommen, oft im Ausland danach suchen muss, etwa bei Eureka Video in England ( ASPHALT) oder Divisa Home Video in Spanien ( FRAU IM MOND). Kino International hat jetzt in den USA den österreichischen Film ORLACS HÄNDE herausgebracht, der den Regisseur (Robert Wiene) und den Hauptdarsteller (Conrad Veidt) des CABINETS DES DR. CALIGARI wieder zusammenbrachte: Veidt spielt den Konzertpianisten Paul Orlac, der bei einem Unfall seine Hände verliert und dem stattdessen die Hände eines hingerichteten Mörders angenäht werden. Doch mit den Händen scheinen auch die kriminellen Neigungen auf Orlac überzugehen, und schon bald geschieht der erste Mord. Die Mischung aus Kolportage und Melodrama mit haarsträubendem Finale basiert auf dem Roman des französischen Schriftstellers Maurice Renard.

Die auf dieser DVD veröffentlichte Version des Films geht auf eine 35mm-Kopie aus dem Archiv der Jugoslovenska Kinoteka in Belgrad zurück, 1995 vom Deutschen Filminstitut in Zusammenarbeit mit dem Bundesarchiv-Filmarchiv rekonstruiert und 2001 auch auf Arte ausgestrahlt, lizensiert von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, also die bestmögliche Fassung, die es von diesem Film gibt. Dennoch hat Kino International diese Fassung sogar noch mit einer weiteren 16mm-Kopie aus dem Archiv der Raymond Rohauer Collection verglichen und um ca. drei Minuten zusätzliches Material ergänzt. Besonders interessant ist die Dokumentation, die in den Extras bereitgestellt wird: Neben drei Szenen aus beiden Kopien gibt es hier auch einen direkten Vergleich der drei Szenen mit Kommentar des Restaurators Bret Wood: Offenbar gehen die beiden Kopien auf unterschiedliche Negative des Films zurück, die, so wie es in der Stummfilmzeit üblich war, wahrscheinlich für den heimischen und den ausländischen Markt erstellt wurden. Zu sehen ist, dass die Szenen zum Teil aus geringfügig unterschiedlichen Kamerawinkeln aufgenommen wurden, mit unterschiedlicher Drehgeschwindigkeit, unterschiedlichen schauspielerischen Leistungen und auch unterschiedlichem Schnitt. Um die Integrität der zugrunde liegenden Rekonstruktion zu erhalten, wurden nur einige fehlende Einstellungen neu aus der Rohauer-Kopie eingefügt.

Die Musik ist von Paul Mercer, die Zwischentitel sind nur in englischer Sprache vorhanden, deutsche Textinserts werden überblendet in englischen Text oder mit englischen Untertiteln präsentiert. In den Extras befinden sich außerdem Auszüge aus Renards Roman (zu den kommentierten Szenen), eine Bildergalerie und - auf 30 Texttafeln - ein Essay von John Soister (Autor von "Conrad Veidt on Screen"). Diesen hätte man besser in einem Beiheft untergebracht. Anscheinend wurde aus Kostengründen darauf verzichtet. Nach Wienes Werk gab es noch zwei weitere Verfilmungen des Orlac-Stoffes: Karl Freunds MAD LOVE (1935) mit Colin Clive und Peter Lorre und THE HANDS OF ORLAC (1960) mit Mel Ferrer und Christopher Lee. Als letztes Extra findet sich auf der vorliegenden DVD noch ein schöner Trailer zu MAD LOVE (allerdings auch hier).

OLAF BRILL
22 Apr 2008

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filmhistoriker.de, edited by olaf brill.

Last update (this page): 22 Apr 2008.

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